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08. Januar 2018

Die weiteste Ballonfahrt aus Deutschland seit 100 Jahren

Niederdorlas Ballonfahrer Matthias Zenge qualifizierte sich mit Fahrt bis nach Süd-Spanien für die Weltmeisterschaften

Niederdorla. 45 Stunden und 45 Minuten. So lange dauerte die Ballonfahrt des Niederdorlaers Matthias Zenge mit seinem Kompagnon Benjamin Eimers aus Duisburg bis nach Jerez de la Frontera, wenige Kilometer nördlich von Gibraltar. Kein Ballonfahrer schaffte es seit 1914, von Deutschland aus eine längere strecke zurückzulegen als der 55-jährige Vogteier.

Seit 2004 fährt er Ballon, hat mittlerweile mehr als 1000 Fahrten absolviert und 2014 Gold und ein Jahr später Silber errungen bei den Weltmeisterschaften. Von Gladbeck aus ging es kurz vor Weihnachten auf die Fahrt gen Süden. Zenge und Eimers wussten, welche Distanz sie zurücklegen mussten, um zu den drei besten deutschen Ballonfahrern dieses Jahres zu gehören. Nur die qualifizieren sich für die Weltmeisterschaften 2018 in Bern in der Schweiz.

„Es sind die drei deutschen Teams dabei, die binnen eines Jahres in einer Fahrt die größte Strecke zurückgelegt und in einer Fahrt möglichst viele Stunden unterwegs waren“, erklärt Zenge. Er ist selbstständiger Dachdeckermeister, kann sich seine Zeit frei einteilen. Ein großer Vorteil. „Wir konnten so lange warten, bis dass das Wetter gepasst hat.“

Der Ballon wird getragen vom Gas und irgendwann entweicht das Gas. „Wenn das passiert, will der Ballon nach unten. Dass der nicht landet, dafür wird Ballast abgeworfen. Automatisch steigt er dann wieder. Durch den Ballast wird die Höhe ausgeglichen“, erklärt Zenge. Eine Gasflasche haben sie nicht im Korb, können nicht nachzünden. Die Fahrt dauert so lange, bis der Ballast aufgebraucht ist. 600 Kilogramm Sand hatten die beiden mit auf die Fahrt genommen. Komplett aufgebraucht wurde er nicht. „600 Kilometer hätten wir wohl noch fahren können. Aber die Windrichtung hat nicht gepasst, um nach Portugal zufahren. Dafür hatten wir ein Einfahrgenehmigung, nicht aber für Marokko, wohin uns der Wind getrieben hätte.“

Gegen die nächtlichen Minusgrade schützen sie sich mit dicken Daunenjacken. Am Tag aber hätte man fast schon im T-Shirt im Ballon sitzen können. Ausgereizt sei die Fahrstrecke noch nicht, glaubt Zenge. Er hofft, seinen Rekord überbieten zu können – mit einer Fahrt nach Nordafrika oder nach Norwegen. „Dazu gibt es vielleicht zweimal im Jahr den notwendigen Südwind.“ Um das Wetter hat sich über viele Jahre, als Zenge mit Wilhelm Eimers unterwegs war, dessen Sohn Benjamin gekümmert, der mittlerweile mit in den Korb gestiegen ist.

„Wir sind nur als Team gut; man muss sehr vorausschauend planen und entscheiden“, meint Zenge und meint damit ausdrücklich auch Max Michels und André Schütte, die die Strecke nach Südspanien parallel zu den beiden Ballonfahrern im Auto zurückgelegt und dann den Ballon aufgeladen haben.

Zum Team gehört freilich auch die Familie mit Ehefrau Annett und den beiden Söhnen. Dem jüngeren, der in die elfte Klasse des Jahn-Gymnasiums in Großengottern geht, traut Zenge zu, künftig auch einen Ballon fahren zu können.

Quelle: thüringer-allgemeine


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